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Bereits seit einigen Jahren wurde von einschlägigen Experten und Analysten vermutet, dass Apple in den nächsten Jahren iOS und OS X miteinander verschmelzen könnte. Die Vermutung lag nahe, da Apple immer mehr Dienste, die unter iOS zur Verfügung stehen nun auch für das Desktop-Betriebssystem zur Verfügung gestellt hat. In einem Interview mit Macworld hat Apples Marketingchef Phil Schiller diese Gedankengänge aber als „Energieverschwendung“ bezeichnet – Zitat:

“We don’t waste time thinking, ‘But it should be one [interface]!’ How do you make these [operating systems] merge together?’ What a waste of energy that would be,” Schiller said.

Diese Aussage kann man durchaus als Seitenhieb gegen Microsoft werten. Übrigens war auch Craig Federighi, der Software-Chef von Apple, bei diesem Interview anwesend und auch er schlägt wenig überraschend in dieselbe Kerbe. Der Grund, warum OS X und iOS sich vom Interface her unterscheiden würden, liege nicht darin begründet, dass ein Betriebssystem vor dem anderen erschienen ist. Es gebe vielmehr große Unterschiede bei der Bedienung, denn die Tastatur zu verwenden und die Maus zu bewegen sei einfach nicht dasselbe als mit einem Finger zu tappen. Seiner Ansicht nach wäre es ein Leichtes einen Touchscreen auf ein Stück Hardware zu klatschen. Aber ist es eine gute Erfahrung? Wir glauben: Nein.“

“It’s obvious and easy enough to slap a touchscreen on a piece of hardware, but is that a good experience?” Federighi said. “We believe, no.”

Die beiden Führungskräfte von Apple relativieren ihre Aussagen aber dahingehend, dass es nicht bedeute, dass es keine Annäherung zwischen iOS und OS X gebe. Dort wo es sinnvoll ist, werde es Angleichungen geben, jedoch bei den entscheidenden Funktionen sollen sich die beiden Betriebssysteme weiterhin unterscheiden. Es wird während des Interviews klar, dass es für Schiller bzw. Apple hinsichtlich ihrer Produkte kein „entweder/oder“ gibt. Das Unternehmen glaubt, dass die Menschen sich nicht zwischen einem Laptop, einem Tablet und einem Smartphone entscheiden müssen. Stattdessen glaubt Apple, dass jedes seiner Produkte besondere Stärken für bestimmte Aufgaben hat, und dass die Menschen in der Lage sind, unter ihnen mit Leichtigkeit zu wechseln.