Foxconn Apple Produktion iPhone iPad Macbook

Es ist gerade ein paar Tage her, da haben wir über die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei Foxconn berichten können und dass Apple sich auch direkt an den Löhnen der Mitarbeiter beteiligt. Offensichtlich betrifft das aber nicht alle Bereiche bzw. Werke, denn wie gestern via Shanghai Daily und First Financial Daily bekannt wurde, sollen mehr als 200 Studenten in Huai`an (Stadt im Osten Chinas) mehr oder weniger dazu gezwungen worden sein, ein „Praktikum“ bei Foxconn zu absolvieren. Bei einer Weigerung wurden von den Universitäten und ihren Professoren Drohungen hinsichtlich negativer Auswirkungen auf die zukünftige akademische Laufbahn ausgesprochen. Für ein Monat arbeiten (6 Tage pro Woche, jeweils 12 Stunden), haben die Studenten einen Lohn von umgerechnet knapp 200 Euro erhalten.

Der Grund für diese unentschuldbare Maßnahme ist Apple mit seinem neuen iPhone. Verschiedene Quellen sprechen von 10.000 fehlenden qualifizierten Arbeitskräften, um den von Apple vorgegebenen Zeitplan einhalten zu können.

Erschreckend ist, dass die Universitäten hinter dieser Aktion stehen und sie dahingehend unterstützen, dass sogar teilweise für einige Monate der Betrieb eingestellt wurde. Es seien wichtige Erfahrungen in Bezug auf „das Erleben realer Arbeitsbedingungen und der Förderung individueller Fähigkeiten“, welche die Studenten in diesem Praktikum sammeln können. Auch die Behörden haben offenbar die Augen vor solchen Vorgangsweisen zunächst verschlossen. Durch die Medienpräsenz der letzten Tage sahen sich diese aber nun offenbar gezwungen zu reagieren. Das Onlineportal China.org.cn berichtet nämlich darüber, dass die Stadtregierung von Huai’an angeordnet haben soll, die betroffenen Studenten zurückzuholen. Den Verantwortlichen der Universität sei zudem nahegelegt worden, sich genau an das Gesetz zu halten. Jene Studenten allerdings, welche freiwillig ein Praktikum bei Foxconn absolvieren würden, könnten bleiben.

Wir hoffen doch, dass auch Apple hier in diesem Fall eingreifen wird und sich die zuletzt erfolgten Anstrengungen nicht zunichte machen lässt.