Michael Krammer war von 2007 bis zur Übernahme von „3“ Chef von Orange. In einem Interview mit einem österreichischen Nachrichtenmagazin kritisiert er Apple in Bezug auf die Umgangsweise mit den Mobilfunkbetreibern.

Einige werden sich noch daran erinnern, dass Orange einst exklusiver iPhone-Anbieter in Österreich war. Das hatte natürlich seinen Preis, so Krammer, denn die Geräte mussten massiv gestützt werden. Nach Ablauf von zwei Jahren, also gerade zu jenem Zeitpunkt, wo die Mindestvertragsdauer ausgelaufen ist, änderte Apple seine Strategie. Auf einmal wurde das iPhone von mehreren Betreibern angeboten, was natürlich zu einem verschärften Wettbewerb führte. Für Apple hatte das durchaus positive Effekte, da die Stützungen auf demselben Niveau blieben, aber natürlich mehr iPhones verkauft wurden. Das Gegenteil war bei den Mobilfunkbetreibern der Fall: Sie hatten auf Grund des Wettbewerbs eine geringe Marge und natürlich ein höheres Risiko.

Klar ist, das jene Mobilfunker, die am Erfolg des iPhones mitverdienen wollen, attraktive Tarife anbieten müssen, damit aber mehr Geld in den Kunden investieren und somit quasi doppelt verlieren. Apple hat in der Branche den Ruf, sehr hart und strenge Bedingungen mit den Mobilfunkbetreibern „auszuverhandeln“. Dies ist natürlich nur möglich, da sich das iPhone in den letzten Jahren sehr gut verkauft hat und ein „Must-have-Produkt“ im Produktportfolio war und ist.

Als Reaktion auf diese Praktik seitens Apple habe Orange dann die sogenannten „SIM-only-Tarife“ eingeführt, um Gerät und Tarif zu trennen, so Krammer. Es bestehe zwar die Gefahr, dass Kunden dann nach Ablauf der Mindestvertragsdauer auf den günstigeren Tarif umsteigen, jedoch würden jene Gefahren wegfallen, die durch die Gerätestützung entstehen würden. Zudem würde das Betrugsriskio verkleinert werden, da ca. 10 bis 15 Prozent der subventionierten iPhones mit einem gefälschten Ausweis erstanden worden sind, um anschließend teuer verkauft zu werden.